An Schlaf war nicht zu denken
18%
off

An Schlaf war nicht zu denken

By (author) 

Free delivery worldwide

Available. Dispatched from the UK in 3 business days
When will my order arrive?

Description

Selbstverständlich ist Suchen das täglich Brot einer Agentur für Recherchen wie Sphinx. Mit Routine hat der neue Auftrag dennoch nichts zu tun. Dafür sorgt allein schon die Tatsache, daß das Suchobjekt eine Mutter ist und auch nicht irgendeine, sondern immerhin die Mutter Albert Chandelliers, der der beste Freund der Chefin Oda Lieberos ist. Und außerdem - trifft dieser so dringlich herbeigesehnte Auftrag nicht auf ein Häuflein Rechercheure, die bereits ein bißchen gerupft aus der langen Auftragsflaute hervorgegangen sind, wie Oda Lieberos bei der ersten Aufgabenbesprechung feststellen muß? Ist sie nicht selbst ein bißchen gerupft? Treten diese Individuen aus dem Wartestand, der die routiniert geübte Camouflage der drei Hauptfiguren bereits erheblich angekratzt hat, nicht unversehens in den Ausnahmezustand, der, reich an Schocks, gegen die Suchenden selber schlägt? "Erst gar keine Ereignissse, jetzt nur noch Ereignisse", sagt Lotte Matern, die rechte Hand der Chefin, nach einigen aufreibenden Tagen und Nächten, und der fuchsschlaue Leo Bonte, binnen Minuten von der Katze zur Maus befördert, ist am Ende gekennzeichnet nicht nur durch ein Veilchen. Oda Lieberos wiederum, Altphilologin, Schauspielerin, Altenpflegerin und langjährige Prinzipalin des Lübecker Taschentheaters, die die ererbte Agentur gewöhnlich souverän zusammenhält, muß im Verlauf der leidenschaftlichen Suche zusätzliche Verstandeskräfte mobilisieren, um nicht ihr eigenes Leben allzu radikal zu entrümpeln. Lotte Matern aber, die am Ende gar nicht mehr weiß, was Suchen ist und was Finden, erlebt mit schmerzlichem Erstaunen die Geburt des eigenen Denkens "aus schierer Lebensnotwendigkeit". Ein Auftrag also, der alle in seinen Bann schlägt.show more

Product details

  • Hardback | 270 pages
  • 136 x 210 x 27mm | 406g
  • Kloepfer und Meyer
  • German
  • 3863510038
  • 9783863510039

About Karin Kersten

Geboren und aufgewachsen in Braunschweig, Studium der Komparatistik in Göttingen und Berlin, lebt und schreibt in Berlin. Freie Autorin mehrerer Rundfunkanstalten, Übersetzerin, u.a. von Djuna Barnes, Doris Lessing, Virginia Woolf. Verschiedene Gedichtveröffentlichungen. Bei Klöpfer & Meyer erschien 2005 ihr hoch gelobtes Romandebüt "Die Aufgeregten", ein Spitzentitel der SWR-Bücher-Bestenliste: "Da räsonieren wilde Damen über Alter und Krankheit, Jugend und Tod, über Geld und andere Sorgen. Und über Süchte. Raffiniert, souverän und ultmitativ entspannt." taz/Die Tageszeitungshow more

Review Text

"Ganz wie Büchner erzählt die Autorin von Sein und Schein, von den Absurditäten und Attrapen der Bürokratie und der Identität, von den Täuschungen und Enttäuschungen der Liebe und des Beobachtens, und zwar auf eine im besten Sinne komische, so merkwürdige wie skurille Art und Weise." Stuttgarter Zeitung "'An Schlaf war nicht zu denken' ist ein bewegender Roman über das Alleinsein in einer Welt, welche den Einzelnen täglich mit Tausenden von Signalen überflutet, die den Kernbereich seiner Angst allerdings nicht zu treffen vermögen. Eine Studie über die Einsamkeit in der modernen Gesellschaft. Jede von Karin Kerstens Figuren bewegt sich in Deutschlands größter Stadt und Metropole unter Millionen Menschen - und findet doch kaum den Weg zu einem einzigen von ihnen. Doch allen ist bewusst, dass sich an dieser Situation etwas ändern muss. Und so ist man auf der Suche nicht nur nach den offiziell Vermissten, sondern vor allem nach sich selbst. Die Autorin dieses Romans freilich hat ihren Weg längst gefunden und beschreitet ihn munter, humorvoll und mit viel Wärme und Sympathie für alle ihre Figuren." Dietmar Jacobsen, Literaturkritik.de "Eine Studie über das Beobachten, geschrieben von einer genauen Beobachterin. Es ist eine Suche nach sich selbst - im Spiegelbild der anderen. 'Wir befragen keine Zeugen', sagt Oda, 'wir unterhalten uns nett mit unseren Zeitgenossen.' Karin Kersten unterhält sich mit unseren Zeitgenossen und mit uns: Über die Haltbarkeit der Liebe. Über die Verlässlichkeit von Erinnerungen. Über das Alter und das Verwelken von Gefühlen. Sie tut es ohne Bleischwere und mit viel Ironie. Und schnell verliert ein gebrochener Schuh-Absatz seine Banalität - und wird zu einem memento mori. War ihr zweiter Roman, 'Hohe Tannen', ein 'Buch für Freunde', so ist Karin Kerstens dritter ein Buch für Verwandte. Beim Gang zu den Müttern werden wir auch mit Tanten bekannt gemacht - und mit Großeltern. So ist ein Roman entstanden, der neben dem Grundwissen über die Kunst des Einschlafens auch Heiterkeit verbreitet. Aber an Langweile war bei der Lektüre nicht zu denken." NDR Kultur "Eine intelligente und etwas verschrobene Geschichte über das (Sich-)Verlieren und (Sich-)Wiederfinden. Und eine zauberhafte Hommage an die Freundschaft alter Damen." Tagblatt Anzeiger "Vom Suchen der alten Frau zum Finden des eigenen Weges, das erzählt Karin Kersten mit sanftem Humor und viel Feingefühl für das Seelenleben ihrer Helden. Und das in einer eleganten Sprache, die mehr als nur Hauptsätze kennt. Platz ein der SWR-Bestenliste ist durchaus verdient!" Heilbronner Stimme "Ein äußerlich ins Gewand einer Detektivgeschichte gekleideter, sprachlich ansprechender Roman über Suchen, Verschwinden und (sich selbst) Finden, in dem sich ein Großteil der Handlung im Innenleben der Figuren abspielt." ekz "Erstaunlich, wie selbstverständlich frisch diese Autorin schreibt. Karin Kersten wurde zwar schon hochgelobt, doch sie entzieht sich auf charmante Art dem Mainstream. Diese gewitzte Geschichte vom Verlieren, Suchen und Finden zeigt, wie leicht Literatur sein kann, die weit mehr als beiläufig ist." "52 beste Bücher", drs2 "Um ein Detektivbüro kreist die Handlung wohl nur deshalb, weil kein anderes Unternehmen ein derart perfektes Bühnenbild für die beiden Themen des Buches abgegeben hätte: die große Flucht und ihr Gegenstück - die große Suche. Es ist Karin Kerstens Leistung, dass sie ganz ohne große Geste erzählt, sondern in einem Ton, in dem lakonische Heiterkeit, eine Ahnung des Scheiterns und der Wille, das Innenleben der Romanfiguren ernst, aber auch nicht zu ernst zu nehmen, mitschwingen - als wäre das ganze Unglück des Lebens nicht viel mehr als ein gemeiner Witz. Ist es ja auch." Sebastian Hammelehle, Spiegel onlineshow more